
Ausstellung im Jüdischen Museum Wien widmet sich Frage nach Gott
Das Jüdische Museum Wien widmet sich in seiner neuen Sonderausstellung "G*TT. Die großen Fragen zwischen Himmel und Erde" einem der größten Mysterien der Menschheit: Gott. In sieben thematisch fokussierten Räumen nähern sich die Ausstellungsobjekte den so existenziellen wie auch großen Fragen: Wozu Gott? Wo wohnt Gott? Oder: Wie erreicht man Gott? Historische und moderne Denkansätze - von der Shoa über Religionskritik bis hin zu den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften und Künstlicher Intelligenz - finden in der Ausstellung Raum. Sie sollen das traditionelle Gottesbild in den Kontext aktueller gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Debatten stellen, teilte das Jüdische Museum am Dienstag mit.
Die Ausstellung wolle zudem einen interdisziplinären Dialog öffnen. So werden sowohl künstlerische Auseinandersetzungen mit individuellen Zugängen als auch historische Ritualobjekte gezeigt, "die Ausdruck einer kollektiven religiösen Beziehung sind". Die Ausstellung lade dazu ein, über religiöse, aber auch über philosophische Fragen nachzudenken, etwa über die Frage nach göttlicher Vorsehung und freiem Willen, hieß es. Dazu gibt es auch ein partizipatorisches Element, das die Besucherinnen und Besucher zum Mitmachen anregen soll. Auf einer digitalen Plattform können sie ihre Gedanken und Reflexionen zur Gottesfrage in Bezug auf die Shoa und die existenziellen Herausforderungen der Gegenwart teilen.
"Das Thema lässt niemanden unberührt"
"Wenn es um Gott geht, wird es persönlich", erklärte Domagoj Akrap, einer der Kuratoren. "So verschieden die Menschen sind, so ist auch ihre Beziehung dazu." Diese reiche von strenger Frömmigkeit bis hin zur radikalen Ablehnung. Jedenfalls lasse das Thema niemanden unberührt. Kuratorin Daniela Schmid hob die internationalen Perspektiven der Ausstellung hervor, die zeigten, wie sehr das Thema weltweit bewege. Die Ausstellung "G*TT. Die großen Fragen zwischen Himmel und Erde", die das 130-jährige Jubiläum des Jüdischen Museums begleitet, zeigt Exponate aus internationalen und heimischen Sammlungen.
"Wir freuen uns darauf, unseren Besucherinnen und Besuchern Gott auf sinnlich-ästhetische Weise nahezubringen und erfahrbar zu machen", so Schmid. Die Ausstellung biete auch ein vielfältiges Rahmenprogramm mit inhaltlichen Vertiefungen. Ein besonderer Höhepunkt wird das Gespräch am 22. Juli mit Literaturnobelpreisträger Jon Fosse sein, der über Parallelen zwischen seinem Werk "A Shining" und der jüdischen Mystik sprechen wird. Am 3. September wird in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum der Film "Words with Gods" (2014) gezeigt, bei dem Amos Gitai als einer der Regisseure anwesend sein wird.
Die Ausstellung dauert von 2. April bis 5. Oktober 2025. (Infos: https://www.jmw.at/)
Quelle: kathpress