
Ordensoberer in Myanmar: Menschen immer noch unter Trümmern
"Viele Hochhäuser, Pagoden, Moscheen und Kirchen sind eingestürzt. Menschen sind noch immer in Gebäuden eingeschlossen oder liegen eingeklemmt unter den Trümmern. Zudem ist die Stromversorgung teilweise nicht gegeben. Das hat am Samstag P. Bosco Nyi Nyi, Provinzial der Salesianer Don Bosco in Myanmar berichtet. Die Salesianer vor Ort sind ein Projektpartner des heimischen Hilfswerks "Jugend Eine Welt".
Die von Österreich aus unterstützten Einrichtungen des Ordens in Mandalay und Anisakan, vom Straßenkinder-Zentrum, über Klassenzimmer bis zu den Schlafräumen für Schutz suchende Kinder und Jugendliche, "sind vom Erdbeben leider ebenfalls nicht verschont geblieben", so der Provinzial: "Wir haben schwere Schäden. Gebäudeteile sind zu Boden gefallen. Wände und Böden haben Risse. Zum Glück wurde niemand von uns ernsthaft verletzt."
Bosco Nyi Nyi sprach weiters von einem verheerenden Bild auf den Straßen: "Trümmer, Bäume und Drähte liegen verstreut herum, Straßen sind aufgerissen, Zufahrtswege blockiert. Ich befürchte, dass die Zahlen der Verletzten und Toten weiterhin steigen werden."
"Wie bei jeder Katastrophe solchen Ausmaßes sind jetzt die Bereitstellung von medizinischer Hilfe sowie von Nahrungsmittelpaketen und sauberem Trinkwasser von besonderer Dringlichkeit", so "Jugend Eine Welt"-Nothilfekoordinator Wolfang Wedan. Das Hilfswerk bittet dringend um Spenden.
Diakonie bittet um Spenden
Auch die evangelische Diakonie bittet dringend um Spenden für die Erdbebenopfer. Die Diakonie Katastrophenhilfe steht mit ihren Partnerorganisationen vor Ort in engem Austausch. Erste Aufgabe sei es, das Überleben der betroffenen Menschen sicherzustellen: Sauberes Trinkwasser, Nahrung, sichere Unterkünfte sowie medizinische Versorgung und psychologische Hilfe, hieß es auch vonseiten der Diakonie.
Die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer nach dem Erdbeben in Myanmar ist auf mehr als 1.000 gestiegen. Die Militärführung des südostasiatischen Landes gab am Samstag im Staatsfernsehen zudem bekannt, dass die Zahl der Verletzten bei mehr als 2.370 liege. Besonders betroffen seien die Millionenstadt Mandalay, die Region Sagaing und die Hauptstadt Naypyidaw. Allein durch den Einsturz eines Tempels in Mandalay seien 80 buddhistische Mönche ums Leben gekommen. Das Beben am Freitag mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala war auch in den Nachbarländern von Thailand bis Indien zu spüren.
Missio bittet um Spenden
Auch Missio Austria (Päpstliche Missionswerke) bittet nach dem verheerenden Erdbeben in Südostasien um Spenden. "Wir wissen noch nicht genau, wie groß die Zerstörung ist, aber eines ist klar: Unsere kirchlichen Partner sind schon vor Ort und helfen Betroffenen in Not", hieß es in einer Aussendung am Freitag. Die von der Katastrophe Betroffenen bräuchten jetzt dringend Unterstützung, denn die Bevölkerung Myanmars sei schon vom Bürgerkrieg geschwächt, zitierte Missio den Rektor des von der Hilfsorganisation unterstützten Priesterseminars in Yangon, Father Cyprian.
"In Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars, sind unzählige Gebäude eingestürzt", wies der Geistliche hin. "Wir befürchten, dass viele Menschen nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden können. Es herrscht großes Chaos." Spenden ermöglichen eine schnelle Reaktion auf die Notlage - sei es mit medizinischer Hilfe, Nahrungsmitteln oder Notunterkünften, wie Missio in der Aussendung erklärte.
"Jugend Eine Welt": Spendenkonto IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000, Kennwort: Erdbeben Myanmar, Onlinespenden: www.jugendeinewelt.at/spenden
"Diakonie Katastrophenhilfe", Spendenkonto IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333, Kennwort: Erdbebenhilfe Südostasien, Onlinespenden: https://diakonie.at/spenden
Missio - Päpstliche Missionswerke: Spendenkonto IBAN AT96 6000 0000 0701 5500.
Quelle: kathpress