
Klagenfurt: Austellung und Vortrag über Kirche im Dritten Reich
Unter dem Motto "Hoffnungs-los? - Die katholische Kirche in Kärnten im 'Dritten' Reich" steht ein Erinnerungsabend am Mittwoch, 2. April, ab 19.30 Uhr im Anton-Granig-Festsaal im Diözesanhaus in Klagenfurt. Anlass ist u.a. die 80. Wiederkehr des Todestages des Kärntner Märtyrerpriesters und Widerstandskämpfers Anton Granig.
Nach einleitenden Worten von Seelsorgeamtsdirektorin Elisabeth Schneider-Brandauer und dem Leiter der slowenischen Abteilung des Seelsorgeamtes, Andreas Lampichler, wird der Theologe und Historiker Maximilian Fritz über die Rolle der katholischen Kirche in Kärnten im "Dritten Reich" sprechen. Anschließend wird die Ausstellung zum Thema "Hoffnung- Widerstand" mit Arbeiten von Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Realgymnasiums St. Ursula und des slowenischen Gymnasiums Klagenfurt sowie Besucherinnen und Besuchern des katholischen Jugendzentrums Villach-St. Jakob eröffnet, die bis Ende Mai in der Cafeteria des Diözesanhauses zu sehen ist.
Für Seelsorgeamtsdirektorin Schneider-Brandauer hat der Erinnerungsabend im Diözesanhaus eine "mehrfach wertvolle Dimension". Das Diözesanhaus sei "ein Ort, an dem Menschen im Dritten Reich mutig dem Unrecht entgegengetreten sind und dafür auch mit dem Tod bezahlt haben", so Schneider-Brandauer in einer Aussendung der Diözese Gurk. Es sei wichtig, sich mit der Geschichte zu beschäftigen, weil es "dabei hilft, Gegenwart mutig zu gestalten". Es gebe ihr in besonderer Weise auch Zuversicht, "dass beim Erinnerungsabend viele junge Menschen da sein werden, die sich mit Geschichte und dem Wort ´Hoffnung´ beschäftigen", so Schneider-Brandauer.
Der Kärntner Priester Anton Granig (1901-1945) war eine der Schlüsselfiguren der sogenannten "Antifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs"(AFÖ), einer Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, die sich 1942 in Granigs Wohnung konstituierte. Am 11. August 1943 wurde Granig vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 15. April 1945 von den Nationalsozialisten im Gefängnis Stein an der Donau ermordet.
Neben Granig wurden fünf weitere Kärntner Priester von den Nationalsozialisten ermordet: Anton Koperek, Anton Kutej, Marzell Leeb, Josef Pollak und Otto Schuster. Im Gedenken an diese Märtyrerpriester sowie an die Märtyrerin Josefa Sumper, Kärntner Slowenin und Pfarrhaushälterin aus der Pfarre St. Egyden an der Drau, sind sechs Hörsäle und Seminarräume im Diözesanhaus in Klagenfurt benannt.
Quelle: kathpress