
Aschermittwoch: Kirche startet mit Asche und Kunst in die Fastenzeit
Mit dem Aschermittwoch beginnt am 5. März für Christinnen und Christen die Fastenzeit. Es ist dies eine Zeit der Besinnung, Umkehr und Solidarität als Vorbereitung auf die Feier des Leidens von Jesus Christus in der Karwoche sowie schließlich seiner Auferstehung beim Osterfest, dessen Termin heuer der 20. April ist. Österreichweit lädt die katholische Kirche dazu ein, den Beginn der österlichen Bußzeit bewusst zu begehen - mit dem vorgeschriebenen strengen Fasttag, jedoch auch spirituell, wozu eine Vielzahl von Gottesdiensten, Kunstprojekten und Initiativen geboten werden. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Verbindung von Spiritualität und gesellschaftlicher Verantwortung.
Namensgeber und zentrales Symbol des Aschermittwochs in allen heimischen Pfarren und auch weltweit ist das Aschenkreuz, das im Rahmen eines Bußgottesdienstes den Gläubigen auf die Stirn gezeichnet wird. Mit "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" wird dabei an die eigene Vergänglichkeit erinnert, oder alternativ dazu die Worte Jesu "Kehr um und glaub an das Evangelium" aus dem Markusevangelium (Mk 1,15). Die Asche ist gesegnet und stammt aus den verbrannten Zweigen, die am Palmsonntag des Vorjahres verwendet wurden.
Das Aschenkreuz auf der Stirn ist ein öffentliches Bekenntnis der Bereitschaft zur Umkehr und Buße. Am Aschermittwoch sollen Gläubige kein Fleisch essen, zudem ist lediglich eine einmalige Sättigung sowie morgens und abends je eine kleine Stärkung vorgesehen. Der symbolisch vollzogene Abschied vom Fleisch soll helfen, sich in der Fastenzeit auf das geistliche Leben und somit auf Gott zu besinnen. Welche Formen das Fasten in der damit beginnenden Fastenzeit annimmt, können Gläubige individuell entscheiden; nicht nur die Ernährung oder etwa der Konsum von Süßem oder Alkohol, sondern auch andere Gewohnheiten gilt es dabei zu überdenken.
So ruft die ökumenische Initiative "Autofasten" auch in diesem Jahr dazu auf, den eigenen Lebensstil zu überdenken und nachhaltige Mobilität zu fördern. Die von der Katholischen und Evangelischen Kirche Österreichs unterstützte Aktion soll dazu anregen, das Auto öfter stehen zu lassen und umweltfreundliche Alternativen zu nutzen. Der Katholische Familienverband will mit der Aktion "plusminus" das Nachdenken über Fragen wie "Haben wir, was wir brauchen? Brauchen wir, was wir haben?" und den Blick auf das Wesentliche im Leben fördern. Die "Aktion Familienfasttag" der Katholischen Frauenbewegung lädt mit Fastensuppen-Benefizessen dazu ein, Solidarität mit benachteiligten Frauen weltweit zu üben.
Fastentücher und Installationen
Im Sinne eines "Fastens für die Augen" sind in der Fastenzeit in den Kirchen ganz Österreichs auch die Hauptaltäre und Kreuze verhüllt, mit Stoffen in der Liturgie-Farbe violett oder mitunter auch in traditionelle oder zeitgenössisch-künstlerisch gestaltete Fastentücher. Vielerorts gibt es dazu rund um den Aschermittwoch erklärende Einführungen der ausführenden Künstler. Auch zahlreiche weitere Kunstinstallationen regen zur vertieften Auseinandersetzung mit in der vorösterlichen Bußzeit wichtigen Themen wie Umkehr, Versöhnung, Tod, Endlichkeit sowie Hoffnung und schließlich Auferstehung an.
In Linz eröffnet die Diözese am Aschermittwoch die Filminstallation "Das menschliche und das tierische Wesen" in der Ursulinenkirche, wo es nach der Liturgie um 19 Uhr mit Markus Schlagnitweit von der Katholischen Sozialakademie eine Einführung durch Diözesankuratorin Martina Gelsinger gibt. In Innsbruck werden Werke von Dieter Fuchs ("Herrlichkeit und Erschrecken" in der Spitalskirche, 12.15 Uhr), Thomas Riess ("Walking and Falling", Dreiheiligen, 18.30 Uhr) und Andy Warhol ("Repent and sin no more", Dom, 19 Uhr) in liturgische Feiern eingebunden.
In Graz steht der Aschermittwoch in der Andräkirche unter dem Zeichen einer Musik-Performance des Filmemachers und Umweltaktivisten Edgar Hontetschläger und von DJ Abbey Lee Tee (19 Uhr). In der Salzburger Kollegienkirche wird um 13 Uhr die Ausstellung "Ich bin ein Erdling - Was bist du?" von Eva Petrics eröffnet, während beim "ökumenischen Aschermittwoch" in der Wiener Ruprechtskirche ab 19 Uhr die Kunstinstallation "Geköpft" von Lois Anvidalfarei präsentiert wird. Im Dom von Klagenfurt wird im Rahmen der Heiligen Messe um 19 Uhr mit Bischof Josef Marketz die Installation "Jenseits" von Anton Schnurrer eröffnet.
Auch in zahlreichen weiteren Kärntner Pfarren wird in der Fastenzeit die Begegnung von Kunst und Glaube intensiv gepflegt. So etwa in St. Andrä im Lavanttal, wo vor der Aschenkreuz-Messe ein "Aschermittwoch der Kunst" in der Galerie II veranstaltet wird. In Maria Wörth wird um 16 Uhr die Ausstellung "OH!" mit Marmorskulpturen eröffnet. In Krumpendorf startet am Aschermittwoch die Installation "Fadenkreuz" von Brandy Brandstätter. In Maria Saal ist ein "Weg der Versöhnung" von Monika Pototschnig zu sehen, in der Villacher Jakobskirche die Installation "KREUZ : WEG : STATION" von Michael Kos.
Aschermittwochsliturgie
Gottesdienste mit Bischöfen und besondere spirituelle Impulse gibt es am Aschermittwoch auch in den anderen Domkirchen des Landes. So zelebriert etwa in Wien der Apostolische Administrator Josef Grünwidl die Messe um 18 Uhr im Stephansdom, in Linz leitet Bischof Manfred Scheuer um 18.15 Uhr den Aschermittwochsgottesdienst im Mariendom, im Salzburger Dom spendet Erzbischof Franz Lackner im Gottesdienst ab 19 Uhr das Aschenkreuz und in St. Pölten Bischof Alois Schwarz beim Pontifikalamt um 19 Uhr. In Bregenz verbindet Bischof Benno Elbs das traditionelle Aschenritual bei einem Gottesdienst bereits um 11 Uhr in der Seekapelle Bregenz mit einem Suppenessen für den guten Zweck.
Impulse zur Versöhnung setzt schließlich die Katholische Jugend Oberösterreich mit der Fastenaktion "Blöde Ziege - Dumme Gans", die alltägliche Konflikte und deren Überwindung thematisiert. Die interaktive Installation bleibt bis 18. April am Linzer Domplatz zu sehen. Auch mehrere Benefizveranstaltungen finden am Aschermittwoch statt: Im Wiener Konzerthaus etwa ein Konzert zugunsten des CS Hospiz Wien mit Emmanuel Tjeknavorian und dem Matrix Orchestra, während in Wels eine künstlerische Rückschau auf "20 Jahre - 20 Künstler:innen - 20 Bilder" Einblicke in die kirchliche Auseinandersetzung mit Kunst und Liturgie gibt.
Quelle: kathpress