
Kärnten: Aschermittwoch und Fastenzeit im Zeichen der Kunst
Eine besondere Betonung des Dialogs zwischen Glaube und zeitgenössischer Kunst gibt es in der Fastenzeit 2025 in mehreren Kärntner Pfarren. Zahlreiche Kunstinstallationen und Ausstellungen laden dazu ein, sich mit tiefgründigen Themen auseinanderzusetzen. So ist etwa im Klagenfurter Dom von Aschermittwoch bis Karfreitag eine Installation mit einem begehbaren Tunnel und einer Videoprojektion im Altarraum unter dem Titel "Jenseits" des Lichtkünstlers Anton Schnurrer zu sehen, bei der es um Nahtoderlebnisse geht.
Eröffnet wird die Ausstellung im Rahmen der traditionsreichen Reihe "Kunst im Dom" am Mittwoch mit einer von Diözesanbischof Josef Marketz geleiteten Liturgie um 19 Uhr. Gestaltet wird sie mit der "missa brevis" von Nikolaus Fheodoroff und einer Tanzperformance von Eva-Maria Gönitzer zu den Klängen zweier Orgelwerke von Olivier Messiaen. Ein Künstlergespräch mit Schnurrer und Dompfarrer Peter Allmaier findet am 16. März um 16 Uhr statt. Das Tabuthema Tod zu thematisieren sei eine "postmoderne Gegenbewegung, die um das menschliche Grundrecht weiß, darüber sprechen zu dürfen, was der Grund und das Ziel jener Hoffnung ist, die über den konkreten Tag hinausreicht", so der Dompfarrer in einer diözesanen Ankündigung vom Montag.
In der Stadtpfarr- und ehemaligen Domkirche St. Andrä im Lavanttal startet die Fastenzeit mit einer Kunstintervention. Die Ausstellung "HoffnungLeben" verbindet Werke von 60 zeitgenössischen Künstlern aus Österreich und Slowenien mit der mittelalterlichen Architektur der Kirche. Die Vernissage folgt der Aschermittwochsliturgie um 19 Uhr und ist bis 19. Juni zu besichtigen, bereits am 18 Uhr beginnt der "Aschermittwoch der Kunst" bei der Galerie II.
Erstmals wird auch in der Wallfahrtskirche Maria Wörth eine Kunstintervention in der Fastenzeit gezeigt. Nach der Aschermittwochsliturgie um 16 Uhr wird die Ausstellung "OH!" eröffnet, die zwölf Marmorskulpturen und eine Fahne mit 144 Portraits großer Köpfe als eine Art "säkulare Allerheiligenlitanei" umfasst. Die vom Theologen und Psychotherapeuten Anton Mettnitzer mit "theologischen Notizen" gestartete Schau ist bis zum 30. September zugänglich.
In der Christkönig-Kirche Krumpendorf wird am Aschermittwoch die Installation "Fadenkreuz" von Brandy Brandstätter eröffnet. Diese Ausstellung wird sich im Laufe der Fastenzeit verändern und bis Oktober zu sehen sein. Sie thematisiert unter anderem Frieden, die Dornenkrone Jesu und die Auswirkungen des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Die Kunstinstallation "Weg der Versöhnung" von Monika Pototschnig wird am Aschermittwoch in der Stifts- und Wallfahrtskirche Maria Saal eröffnet. Der "Weg" regt mit verschiedenen Stationen zur Selbsterkenntnis und zur Reflexion über menschliche Haltungen sowie zur Versöhnung an und ist bis Karsamstag zu erleben.
In der Markuskirche Wolfsberg - eine der Kärntner Jubiläumskirchen im Heiligen Jahr 2025 - wird ein neues zehn mal vier Meter großes Fastentuch präsentiert, das von Schülern des BORG Wolfsberg aus Bambus und Papier geschaffen wurde. Die Ausstellung, die von der Auseinandersetzung mit Themen wie Plastik- und Klimafasten, Verzicht und religiösen Ritualen geprägt ist, wird nach der Aschermittwochsliturgie um 18 Uhr eingeweiht und bis Ende der Fastenzeit zu sehen sein.
In der Villacher Stadthauptpfarrkirche St. Jakob ist ab dem ersten Fastensonntag die Fasteninstallation "KREUZ : WEG : STATION" zu sehen. Der Künstler Michael Kos hat dazu drei Objekte geschaffen, die sich mit gesellschaftlichen Fragen wie etwa mit dem "realen Füllstand des Glaubens", dem Erlöser und die Verbindung mit Christus auseinandersetzen und bis zum 14. April besichtigt werden können.
Quelle: kathpress