
Fasten und Kinder: Was ist zu beachten?
Die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern ist für viele Christinnen und Christen eine besondere Phase der Besinnung und Vorbereitung. Die biblischen Erzählungen und Glaubensbotschaften dieser Zeit sind komplex und von emotionaler Tiefe geprägt. Für Kinder könne es daher schwer sein, manche Inhalte zu verstehen, so die Katholische Jungschar Österreich. Auch beim Fasten brauche es Sensibilität und einen altersgerechten Umgang. "Grundsätzlich ist klarzustellen, dass Minderjährige laut Kirchenrecht explizit vom Fastengebot ausgenommen sind", erklärte Maria Rhomberg, Bereichsleiterin Kinderpastoral, Bildung, Gesellschaftspolitik der Katholische Jungschar Österreich. So sei von einer Reduktion ausgewogener Nahrung bei Kindern medizinisch dringend abzuraten.
Ein Miterleben der Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern könne für Kinder jedoch wertvoll sein, wenn sie gut begleitet werden. Eine einfühlsame Begleitung hilft Kindern, die Bedeutung dieser Zeit zu verstehen und sie positiv zu erleben, ohne dass sie sich überfordert oder belastet fühlen. Dies gelinge insbesondere dann, wenn Kinder durch eine Fastenaufgabe die Erfahrung eines "Mehr vom Leben" machen dürften, meinte Rhomberg. Geeignet seien Herausforderungen, die von den Kindern selbst gewählt und als sinnvoll erachtet werden.
Altersgerechte Fastenaufgaben
"Bezugspersonen sollten darauf achten, dass das Kind Aufgaben wählt, die zwar fordern, aber realistisch und machbar sind", erläuterte Rhomberg. Zudem könne der Zeitraum für die Herausforderung verkürzt werden, "da die gesamte Fastenzeit für Kinder deutlich zu lange ist". Die Jungschar-Bereichsleiterin für Kinderpastoral schlug vor, gemeinsam einige Tage oder nur bestimmte Tage festzulegen. Besonders wertvoll und bestärkend könnten Fastenaufgaben sein, wenn sie gemeinsam mit der Familie, in der Klasse oder in der Jungschargruppe erfüllt werden.
Als Ideen nannte Rhomberg etwa das Einsetzen und die Pflege von Pflanzen, die zu Ostern erblühen, Müllsammelaktionen oder kleine Aufgaben im Haushalt.
Die frohe Botschaft
Wenn man mit Kindern über die Fastenzeit und Ostergeschichte sprechen möchte, riet die Katholische Jungschar dazu, die frohe Botschaft zu betonen. "Kinder sind noch nicht so vertraut mit den biblischen Erzählungen. Gleichzeitig leben sie stärker im Moment und können längere Zeithorizonte noch nicht überblicken", meinte Rhomberg. So seien die Kartage, in denen die Erzählungen von Leid und Auferstehung Jesu über Tage hinweg aufgebaut werden, für Kinder oft schwer einzuordnen. Damit Kinder nicht in Trauer und Angst verhaftet bleiben, sollte bei jeder Erzählung oder liturgischen Feier kurz ein Ausblick auf das hoffnungsvolle Ende eröffnet werden, so der Vorschlag.
Ebenso sei es wichtig, Kinder mit ihren Gedanken und Fragen nicht allein zu lassen und ihnen Raum für ihre Gefühle zu geben. Sie vollständig von solchen Themen fernzuhalten, sei kaum möglich, sagte Rhomberg. Vielmehr gehe es darum, Kinder einfühlsam zu begleiten und gemeinsam mit ihnen zu überlegen, wie die Glaubensbotschaft verstanden und gedeutet werden könnte.
"Das Ziel von Gesprächen über Tod, Trauer oder Feiertage ist nicht unbedingt, dem Kind fertige Antworten zu geben, sondern es in seinem Nachdenken zu unterstützen", so die Jungschar-Expertin. Erwachsene hätten vor allem die Aufgabe, Kinder sensibel zu begleiten und ihnen zu vermitteln, "dass die christliche Botschaft immer eine frohe Botschaft bleibt, die Hoffnung schenken soll".
Zahlreiche Angebote
Die Katholische Jungschar bietet zur Fastenzeit und Ostern eine Sammlung von Materialien, Aktionen und Angeboten auf ihrer Webseite (https://www.jungschar.at/jahreskreis/ostern). Auch die jährliche Ostergrußkarte, mit der die Katholische Jungschar die Botschaft von der Auferstehung Jesu bereits seit 1969 weiterträgt, wird es 2025 wieder geben. Die Bild zur Ostergrußaktion 2025 wurden von einer Jungschargruppe aus Kremsmünster (Diözese Linz) erstellt.
Quelle: kathpress