
Papst ruft vom Krankenbett aus zur Hoffnung in der Fastenzeit auf
Zur bevorstehenden Fastenzeit ruft Papst Franziskus zur Hoffnung und zum gemeinsamen Einsatz für Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit auf. Die Christen sollten sich aus ihrer "Komfortzone" bewegen und Lähmung, Angst und Hoffnungslosigkeit überwinden, heißt es in der am Dienstag vom Vatikan veröffentlichten Botschaft. Der in acht Sprachen, darunter auch auf Deutsch, vorliegende Text datiert vom 6. Februar, gut eine Woche vor Einlieferung des Papstes in das römische Gemelli-Krankenhaus. Die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit, beginnt am Aschermittwoch (5. März) und endet am Ostersonntag (20. April).
Franziskus erinnert in seiner Botschaft an das Schicksal von Migranten und Geflüchteten, "die vielen Brüder und Schwestern", die aus "Elend und Gewalt fliehen und auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Lieben sind". Es sei eine "gute Übung" für die Fastenzeit, sich mit der konkreten Realität eines Migranten zu befassen, "um herauszufinden, was Gott von uns verlangt, damit wir besser auf das Haus des Vaters zugehen können", so Franziskus.
Christen sind niemals Einzelgänger
Ebenso wirbt er für eine synodale Kirche, die gemeinsam entscheidet und handelt, denn Christen sollten "niemals Einzelgänger" sein. Es gelte, "Seite an Seite zu gehen, ohne den anderen mit Füßen zu treten oder zu überwältigen, ohne Neid oder Heuchelei zu hegen, ohne dass jemand zurückbleibt oder sich ausgeschlossen fühlt".
Die Gläubigen sollten prüfen, ob sie in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Pfarre oder Ordensgemeinschaft zur Gemeinschaft in der Lage sind, anstatt sich in "Selbstbezogenheit zu verschanzen und nur auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten". An Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien appelliert er, zusammenzuarbeiten, um den Menschen das Gefühl zu geben, Teil der Gemeinschaft zu sein.
Die Kirche lade dazu ein, sich für Gottes Gnade zu öffnen, um "mit großer Freude" den österlichen Triumph von Jesus Christus über Sünde und Tod durch die Auferstehung zu feiern. Die zentrale Botschaft des Heiligen Jahres 2025, das unter dem Motto "Pilger der Hoffnung" steht, solle den Christen "als Horizont auf dem Weg der Fastenzeit zum Ostersieg dienen", schreibt der Papst. "Der Tod ist verwandelt worden in einen Sieg, und darin liegt der Glaube und die große Hoffnung der Christen: in der Auferstehung Christi." In diesem Sinne ruft Franziskus zum Vertrauen auf das von Gott verheißene ewige Leben auf.
(Wortlaut der Papstbotschaft zur Fastenzeit in deutscher Sprache auf der Vatikan-Website: https://www.vatican.va/content/francesco/de/messages/lent/documents/20250206-messaggio-quaresima2025.html)
Quelle: kathpress