
Schönborn zieht Synodenbilanz: "Die Kirche lebt!"
Kardinal Schönborn hat in seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute" eine Bilanz der Weltsynode in Rom gezogen und dabei einmal mehr auf die Verschiebung der globalen Kräfteverhältnisse in der Katholischen Kirche aufmerksam gemacht. Dabei bleibe die Kirche eine lebendige, solidarische Gemeinschaft, die der gemeinsame Glaube verbinde.
Das Neue komme nicht plötzlich, aber es sei inzwischen "unübersehbar", so der Kardinal, der dem Synodenrat im Vatikan angehört. 1985 habe er zum ersten Mal an einer solchen Weltversammlung teilgenommen. "Damals war sie noch eindeutig von Europa bestimmt." Der "Globale Süden" (Asien, Afrika, Lateinamerika) sei nur als Gast dabei gewesen. 40 Jahre später habe sich das Blatt völlig gewendet. Die große Mehrheit der Teilnehmenden, Bischöfe, Männer und Frauen aus allen Teilen der Kirche, kämen aus dem "Globalen Süden".Schönborn: "Sie prägen das Bild, bringen ihre Themen und Sorgen ein. Wir aus dem 'reichen Norden' sind zur Minderheit geworden."
Europa leide unter einem "demografischen Winter". Es fehle an jungen Kräften, nicht nur in der Kirche, auch in vielen Berufen. Schönborn spricht von der "ehrlichen Einsicht in den globalen Wandel", betont zugleich aber seine Gewissheit: "Die Kirche lebt! Sie ist eine solidarische Gemeinschaft. Sie ist ein Zeichen dafür, dass weltweites Miteinander durch den gemeinsamen Glauben möglich ist."
Quelle: kathpress