
"Jugend Eine Welt": Im Vorjahr weltweit 183 Hilfsprojekte
"Jugend Eine Welt" hat im Vorjahr 183 Hilfsprojekte in 53 Ländern betreut, durchgeführt oder neu gestartet. Insgesamt wurde dafür laut dem kirchlichen Hilfswerk in der Tradition des "Jugendapostels" Don Bosco "ein (rekordverdächtiges) Gesamtspendenvolumen von 10,7 Mio. Euro aufgewendet".
Hinter diesen Zahlen aus dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht 2022 verbirgt sich laut "Jugend Eine Welt"-Geschäftsführer Reinhard Heiserer "eines der herausforderndsten Arbeitsjahre", die das Team der Hilfsorganisation jemals zu bewältigen hatte: "Kaum schien im Jahr des 25. Gründungsjubiläums von 'Jugend Eine Welt' eine alte Krise namens Corona abzuebben, brach mit dem Ukrainekrieg schon die nächste aus."
Speziell durch diesen Krieg sei der Anteil der Humanitären Nothilfe weiter angestiegen. Schon einen Tag nach Kriegsausbruch am 24. Februar startete "Jugend Eine Welt" den ersten Spendenaufruf zur Hilfe für die Opfer der russischen Aggression. "In den folgenden Wochen und Monaten war die Spendenbereitschaft der ÖsterreicherInnen schier unglaublich, darunter auch namhafte heimische Unternehmen, die uns teils hohe sechsstellige Beträge zur Verfügung gestellt haben", blickte Heiserer zurück.
Mithilfe dieser Gelder, der öffentlichen Förderungen sowie von Stiftungen, sei es möglich gewesen, gemeinsam mit PartnerInnen wie etwa den Salesianern Don Boscos (SDB) und den Don Bosco Schwestern (FMA) in der Ukraine, Moldau, Rumänien, Slowakei und Polen zunächst die effiziente Versorgung von Flüchtlingen mit dem Allernötigsten zu organisieren. Ein Nothilfe-Koordinator vor Ort wurde eingerichtet, mit Jahresende auch ein fixes Koordinationsbüro in Moldaus Hauptstadt Chisinau. Dadurch wurde aus der Akuthilfe eine längerfristige und noch umfangreichere Unterstützung für Geflüchtete wie auch in der Ukraine Verbliebene Kriegsopfer.
Mit regelmäßigen LKW-Transporten schaffte "Jugend Eine Welt" Hilfsgüter wie Medikamente, medizinische Produkte, Lebensmittel oder Stromgeneratoren in die Krisenregionen. Ein Jahr nach Kriegsausbruch konnten knapp über 2 Mio. Euro an die Partnerorganisationen ausbezahlt werden.
Nothilfe leistete "Jugend Eine Welt" außerdem in Syrien, dem Sudan, im Libanon, in Uganda, Haiti, Venezuela und in der Bürgerkriegesregion Tigray in Äthiopien.
Prinzip "Bildung überwindet Armut"
Daneben ist es laut Heiserer gelungen, die zentrale "Jugend Eine Welt"-Agenda - gemäß dem Leitgedanken "Bildung überwindet Armut" das Leben junger benachteiligter Menschen weltweit zu verbessern - nicht nur weiter zu verfolgen, sondern um das eine und andere Projekt zu erweitern. Heiserer nannte als Beispiel das mit dem Verein "Freunde Anna Dengel" unterstützte Bauprojekt "Family Clinic" der Missionsärztlichen Schwestern in einer der ärmsten Regionen Ghanas. Im medizinisch unterversorgten Gebiet toure nun ein mobiles Team regelmäßig durch die Dörfer und biete der Bevölkerung ambulante Behandlungen, Vorsorgeuntersuchungen, Aufklärung sowie Ernährungsberatung für Schwangere und kleine Kinder.
Und in Lagos (Nigeria) fiel 2022 der Startschuss zur Errichtung eines neuen Kinderschutzzentrums der Salesianer Don Boscos, das sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen die Chance auf Bildung gibt. Ein Ausbildungsprogramm für Solartechniker kommt Flüchtlingen aus dem Süd-Sudan in der großen Flüchtlingssiedlung Palabek im Norden Ugandas zugute; dort ist auch die Einrichtung eines Kindergartens mit besonderem Augenmerk auf Kinder mit Behinderungen ein Schwerpunkt.
Wieder Zunahme an Freiwilligen
Nach dem erzwungenen "Einbruch" durch Corona verzeichnete "Jugend Eine Welt" 2022 wieder einen deutlichen Zuwachs an Interessierten an Freiwilligeneinsätzen bei "Volontariat bewegt" - der gemeinsam mit den Salesianern getragenen Entsende-Organisation. Ein "Mehr" an Einsätzen habe es auch bei den "Senior Experts" gegeben. Besondere Bedeutung sei im Vorjahr dem "Weltwegweiser", der von "Jugend Eine Welt" getragenen Servicestelle für internationale Freiwilligeneinsätze, zugekommen - als insbesondere in Krisenzeiten wichtige Drehscheibe für Freiwilligeneinsätze im Globalen Süden.
In Österreich selbst beteiligte sich "Jugend Eine Welt" u.a. an Kampagnen wie "Kinderarbeit stoppen" und für ein starkes Lieferkettengesetz. Vom Gesamtspendenvolumen von 10,7 Mio. Euro flossen laut dem Jahresbericht fast 83 Prozent direkt in Auslandsprojekte (Bildung, Ausbildung, Soziale und Humanitäre Hilfe) und in die entwicklungspolitische Bildungs-, Anwaltschaft und Informationsarbeit. Mit nur 4 Prozent seien die Verwaltungskosten im Vergleich zu den Vorjahren gering geblieben.
Geschäftsführer Heiserer richtete seinen Dank an die Spenderinnen und Spender und bat um weitere Unterstützung: "Lassen Sie sich bitte nicht durch die vielen multiplen Krisen entmutigen und helfen Sie uns weiter dabei, Kinder und Jugendliche in Risikosituationen zu fördern und zu begleiten."
(Link zum Jahresbericht 2022: www.jugendeinewelt.at/jahresberichte; Spendenkonto "Jugend Eine Welt": AT66 3600 0000 0002 4000; online www.jugendeinewelt.at/spenden)
Quelle: kathpress