
Steiermark: "Mädelsboxen" unterstützen Schülerinnen bei der Regel
Niederschwelligen und kostenlosen Zugang zu Hygieneprodukten für Mädchen schafft ein Projekt, das die Caritas soeben an 66 steirischen Schulen gestartet hat. In den Damen-WCs finden rund 4.000 Schülerinnen seit Jahresbeginn "Mädelsboxen" mit Artikeln wie Binden oder Tampons, die rund um den Zeitpunkt der ersten Periode Sicherheit geben und damit besonders auch Mädchen aus einkommensschwachen Familien stärken soll, ist einer aktuellen Aussendung der kirchlichen Hilfsorganisation zu entnehmen. Zustande kam die Ausweitung des vormaligen Pilotprojekts dank einer Kooperation mit der Drogeriemarktkette dm.
Die Idee zu "Mädelsbox" entstand im Zuge der Schulsozialarbeit, die die Caritas in sechs steirischen Bezirken leistet. Schülerinnen sollen immer wieder von Situationen erzählt haben, in denen sie von ihrer Regelblutung überrascht worden sein und von der Scham, die entstehe, wenn man keine Periodenartikel dabeihat. Das Projekt könne der sozialen Benachteiligung entgegenwirken und dem Thema Menstruation das Tabu nehmen, erklärte Friedrich Mayer, der Leiter der Schulsozialarbeit der Caritas Steiermark.
"Periodenarmut" stelle eine geschlechterspezifische Komponente von Armut dar, heißt es seitens der Caritas. Wird die Monatsblutung zur finanziellen Belastung, würden manche zu ungeeigneten Alternativen wie Socken greifen, Periodenartikel mehrfach verwenden oder von der Schule daheim bleiben. Mit dem Projekt "Mädelsbox", das zuvor am Schulstandort Vorau getestet wurde, sollen derartige Situationen verhindert werden.
Die Caritas Schulsozialarbeit findet im Auftrag des Landes Steiermark, Sozialverbände und einzelner Gemeinden statt. An 66 Schulen sind insgesamt 29 Caritas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in der Betreuung von Eltern, Lehrpersonal, Schülerinnen und Schülern tätig. Angeboten werden neben Einzel- und Gruppenberatungen auch Workshops, Elternbildung oder soziale Projekte.
Quelle: Kathpress